Reisetagebuch

9. Tag: Los Angeles

 03.09.99: Besuch der Universal Studios
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 34° C
 Autor: Thomas Flinspach

Heute trennen sich unsere Wege zum ersten Mal. Da Philipp wenig Lust verspürt, den verschiedenen Rides in den Universal Studios einen Besuch abzustatten, habe ich mich dazu entschlossen, die $36 zu investieren. Also setzt mich Philipp um 10.00 Uhr bei den Studios ab und fährt weiter zum Venice Beach, um ein ausgiebiges Sonnenbad zu nehmen und nach Strandschönheiten (die in Amerika nicht gerade im Überfluß zu finden sind) Ausschau zu halten.

Unter der Woche ist Vormittags noch nicht allzu viel los in den Studios. Dennoch muss man an den spektakulären Rides doch die ein oder andere Minute anstehen. Gleich am Eingang bekommt man einen sehr übersichtlichen Plan in die Hand gedrückt.

Eingang zum Jurassic Park RideAus den Erzählungen von Freunden wurde mir der "Jurassic Park"-Ride ans Herz gelegt. Also fahre ich die drei Rolltreppen hinunter und steige mit 8 anderen Personen in eine Art Boot ein. Den einzigen Kick auf dieser Fahrt bekommt man ganz am Ende, wo man aus ca. 10 Metern in die Tiefe bzw. ins Wasser stürzt. Im großen und ganzen war's doch eher "Kinderfasching". Besonders beeindruckt an den Universal Studios ist das bis ins kleinste Detail durchdachte Marketingkonzept. Denn der Besucher muß beim Verlassen der Rides immer an einem riesigen Souvenirstand vorbei. Hier gibt es dann von Theranosaurus-Radiergummis bis zur Terminator Unterhose fast alles zu kaufen, was der Touristengeldbeutel hergibt. Zum Glück bin wenigstens ich standhaft geblieben - aber ich bin ja auch Schwabe!

Leicht kann man einen ganzen Tag in den Filmstudios verbringen. Auch die unzähligen Restaurants (Italiener, Mexikaner, Fast Food) und Fressbuden bieten sehr guten Standard. Leider sind sie etwas überteuert. Besonders zu empfehlen sind der Terminator 3D, Back to Future und der Waterworld-Ride. Bei Terminator 3D sitzt man mit 3D-Brille in einem monströsen Kinosaal und schaut sich die Fortsetzung von Terminator 2 an unterbrochen von den Leinwandhelden nachempfundenen, realen Schauspielern. Absolut gigantisch wird's, wenn der T3000 seinen Auftritt hat! Doch mehr wird nicht verraten. In "Back to Future" sitzt man zu sechst in einem fest installierten Wagen. An die Decke und die Windschutzscheibe wird dann die imaginäre Welt "gebeamt" und der Wagen bewegt sich dann ruckartig in alle Himmelsrichtungen, so dass man den Eindruck hat, man würde fliegen. Empfehlung: Man sollte erst nach diesem Ride etwas zu essen zu sich nehmen.

Schließlich kann ich noch Waterworld empfehlen. Als Zuschauer nimmt man in einer riesigen Arena Platz und blickt auf ein Wasserbecken, in dem die gleichen Bauten stehen wie in dem gleichnamigen Film mit Kevin Costner. Die zahlreichen Schauspieler und Stuntmen verprügeln sich dann irgendwann nach allen Künsten der Kampf- und Pyrotechnik. Ein absoluter Reinfall sind E.T. (megastinklangweilig) und Backdraft (gähn). Alles im allem hat es sich trotzdem gelohnt. Besonders sehenswert ist auch noch die kleine Mall außerhalb der Studios mit Hard Rock Café!

Pünktlich um 17.00 Uhr holt mich Philipp am Haupteingang ab. Somit haben wir die horrende Parkgebühr ($8) sparen können. Leider war Philipps Tag nicht so ergiebig wie meiner - er stand nämlich 3 Stunden im Stau. Welch eine Überraschung in L.A. Wir lassen den Tag im King's Road Cafe (8361 Beverly Blvd.), wo wir je einen mittelmäßigen Salat essen (internationaler Zeitungsstand um die Ecke!) und in der Lava Lounge (1533 N. La Brea) ausklingen. Eigentlichen wurden uns in der Lava Lounge "hübsche Mädels und billige Drinks" versprochen. Doch das einzige was wir dort vorfinden, sind hübsche Drinks und billige Mädels....
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