Reisetagebuch

8. Tag: Los Angeles

 02.09.99: Auf den Spuren der Filmstars
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 31° C
 Autor: Thomas Flinspach

Um 8.30 Uhr haben wir uns, wie eigentlich an jedem Tag, die leckeren Kelogg's Cornflakes "eingeworfen". Dann beginnt wieder das unter uns sehr beliebte Spielchen "Such den Hotelschlüssel". Diesmal finden wir den Schlüssel im Schloss der Moteltüre. Allerdings steckte der Schlüssel die ganze Nacht lang nicht von drinnen, sondern von draußen! So unsicher ist L.A. also wirklich nicht, wie allerorts behauptet wird.

Philipp läßt es sich bei Frank&Musso schmeckenDann fahren wir ins aufregende Hollywood.Um den Stau einigermaßen erträglich zu halten, haben wir unseren absoluten Lieblingssender "Mega 100" (FM 100.3) gehört - Motown-Sound vom Feinsten. Als erstes steht natürlich der weltberühmte Hollywood Blvd. an. Doch als wir unser Auto vor einer Wäscherei abstellen und den kilometerlangen Boulevard erkundschaften, sind wir doch etwas enttäuscht: Die vielen kleinen, heruntergekommenen Shops sind hauptsächlich auf den gemeinen Tourist aus. Und die Marmor-Steine mit Gravierung der ganzen Hollywood-Stars sind auch alles andere als spektakulär. Dennoch macht es riesigen Spaß die einzelnen Läden durchzustöbern (meinereins hat sich z.B. zwei Levi's 501 für gerade einmal $70 gekauft). Schließlich landen wir bei "Frank & Musso" (6667 Hollywood Blvd.), wo es angeblich die besten Pancakes der Stadt geben soll. In diesem sehr nostalgisch aufgemotzten Restaurant leisten wir uns je drei leckere Pfannkuchen mit Ahornsirup und einen echt europäischen Kaffee (je $7.50).

Zweite Anlaufstelle ist für heute der Sunset Blvd. Wir parken unseren Wagen im Parkhaus des Virgin Megastore (8801 Sunset Blvd.) und hören uns durch alle CDs durch. Am Beispiel des Virgin Megastore können sich unsere deutschen Plattenläden wirklich einmal eine Scheibe abschneiden. Denn nirgendwo sonst findet man ein so breites und gut sortiertes Sortiment. Gleich gegenüber liegt die wohl abgefuckteste Bar der Welt - die Bar Marmont. Eigentlich wollten wir diesem Edelschuppen einen Besuch abstatten, sind dann aber aus Zeitgründen nicht mehr dazu gekommen. Schade! Wenn man schon einmal in Hollywood ist, darf natürlich auch das obligatorische Urlaubsbild mit dem Hollywood-Logo nicht fehlen. Also sind wir mit unserem Jeep über die Hügel von Hollywood gebraust. Man kann wirklich sehr schnell nachvollziehen, warum gerade hier die Filmstars ihre Villen haben.

Blick auf HollywoodAnschließend haben wir noch dem Villenviertel Beverly Hills einen Besuch abgestattet. Allerdings gibt's hier außer unglaublich gut gepflegten Rasenflächen und Power-Walking-betreibenden Omas nicht allzu viel zu bestaunen. Und extra einen Führer für ein paar Dollar zu kaufen, um zu sehen, wo Sylvester Stalone wohnt, dazu hatten wir auch keine Lust. So langsam hatten wir auch schon wieder Hunger. Also nichts wie hin zum nächsten Mac Depp. Diesen fanden wir direkt am Venice Beach. Doch leider lassen einen die Stadtväter am Venice Strand fürs Parken so richtig bluten. Also parken wir auf dem Mc Donald's Parkplatz und schleppen unsere Quarterpounder mit Käse rüber zum Strand. Allerdings dürfen wir maximal 30 Minuten stehen bleiben, ansonsten werden wir ohne Rücksicht auf Verluste abgeschleppt.

Abends schauen wir uns noch den aktuellen Blockbuster "Blair Witch Project" im GCC Kino auf dem Hollywood Blvd. an. Philipp und ich sind wirklich begeistert von dieser Low-Budget Produktion. Wir schlendern nochmals auf dem Boulevard und saugen die Atmosphäre in uns auf. Manchmal muss man sich zwicken, um zu realisieren, dass man nicht im kalten Stuttgart die Königsstraße abläuft, sondern sich im warmen Hollywood befindet. Um 22.30 Uhr geht's dann wieder zurück ins Motel.
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