Reisetagebuch

7. Tag: Santa Barbara - Los Angeles

 01.09.99: Autotausch mit Komplikationen
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 32° C
 Autor: Thomas Flinspach

Um 9.00 Uhr brechen wir nach Los Angeles auf. Heute steht unser Autotausch an. Der Grund dafür ist, dass ab 1.9. bei Alamo der Wintertarif beginnt und wir dadurch einige hundert Mark sparen! Zuvor machen wir aber noch mal einen kleinen Abstecher nach Santa Barbara, wo wir nochmals die von unzähligen Ampeln gesäumte Innenstadt und die Strandpromenade abfahren. Wir sind einfach hellauf begeistert von dieser Stadt! Anschließend fahren wir über den Highway #101 und #1 weiter nach Los Angeles.

Nach einer Stunde kommen wir in Santa Monica an. In Santa Monica gibt es wirklich fantastische Strände umgeben von zahlreichen Hügeln. Doch da wir möglichst schnell den Autotausch hinter uns bringen wollen, nehmen wir diese ersten Eindrücke mit und fahren gleich weiter nach Malibu. Malibu ist das typische Villenviertel wie man es sich vorstellt. Hier sind die Straßen noch sauber und es sind weit und breit keine Penner zu sehen. Doch auch hier verharren wir nicht lange und fahren zum Flughafen.

Typische Verkehrssituation in L.A.Nach langer Suche haben wir schließlich die sehr gut versteckte Alamo-Filiale gefunden. Wir stellen unser Auto ab und ein freundliches Mädel nimmt sich unser an. Nach kurzer Diskussion steht fest, dass wir uns in der Zentrale melden sollen und das Gepäck vorerst im Auto lassen sollen. Als wir dann bei einem sehr netten jungen Mann unseren Wagen tauschen wollen, beginnt das Theater: Denn plötzlich sollen wir $800 zahlen, da wir beide unter 25 Jahre alt sind. Nach langem Hin und Her können wir den Preis auf $438 drücken, müssen aber im Gegenzug ausschließlich einen Fahrer (Philipp) bestimmen. Zähneknirschend bezahlen wir diese Abzocker-Gebühr.

Doch wir fragen uns: "Weshalb hat uns die Dame in San Francisco nicht darauf aufmerksam gemacht, dass es die Möglichkeit gibt, nur einen Fahrer zu bestimmen?" So hätten wir nämlich $60 gespart. Wir beschließen, dass wir uns am Ende des Urlaubs nochmals bei Alamo beschweren werden. Glück im Unglück: Wir haben jetzt ein neues Auto bekommen - einen KIA-Jeep. Wir laden unser Gepäck um und fahren ziemlich verärgert weg.

Zunächst düsen wir völlig planlos in L.A. umher. Eigentlich kein Kunststück, da L.A. die zweitgrößte Stadt in Amerika ist. Bei Taco Bell werfen wir uns dann ein paar Tacos rein und "cruisen" weiter auf vierspurigen, stark verstopften Straßen Richtung Anaheim, wo wir schließlich nahe Disneyland ein Motel für $38,50 finden (Fire Station Motel, 12625 Harbor Blvd.). Es ist zwar nicht die beste Gegend und unser Türschloss kann man durch kräftiges Pusten problemlos knacken, doch wir haben jetzt wirklich keine Lust mehr, weiter herumzubrausen.

In Downtown L.A. säumen sich fast nur Banken

Am Abend entschließen wir uns noch dazu, Downtown L.A. anzuschauen. Nach gut einer dreiviertel Stunde sind wir dann endlich in der Innenstadt, dem eigentlichen Los Angeles, angekommen. Wir parken unser Auto etwas außerhalb und laufen das restliche Stück zu Fuß. Wir merken aber ziemlich schnell, dass man Downtown L.A. besser nicht nach Einbruch der Dunkelheit per pedes besucht. Es gibt viele heruntergekommene Hochhäuser und viele kleine, schäbige Shops mit allerhand Gerümpel. Die hässlichen Straßenzüge sind fest in der Hand der Latinos. Es empfiehlt sich, den Geldbeutel in der Vordertasche zu tragen. Wir flüchten schließlich in einen Burgerking und essen ein paar leckere und sagenhaft günstige Burger. Wir schauen uns noch ein paar Hochhäuser an, die hauptsächlich von Banken in Beschlag genommen wurden. Ansonsten hat die Innenstadt von L.A. rein gar nichts zu bieten! Also wieder zurück ins Motel....
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