5. Tag: Monterey - Carmel
Meine erste (!) Nacht im Zelt habe ich gut überstanden. Auch Philipp, der alte Camperhase, konnte gut schlafen. Nach einer warmen Dusche (sehr sauber!) frühstücken wir Kellogg's Cornflakes und Brot mit Erdnussbutter. Wir bauen das Zelt ab und fahren runter zum bekannten Monterey Bay Aquarium ($ 12,75). Das Aquarium ist wirklich sehenswert. Besonders interessant sind die Aquarien mit den Kleinstlebewesen wie Krebse oder Quallen. Ebenfalls sehr amüsant sind die Seeotter, die gerade vor eine Schar von Zuschauern ihren sexuellen Gelüsten nachkommen (Männchen hat Weibchen im Würgegriff und dabei drehen sich beide im Kreise). Leider verstehen einige amerikanische Mitmenschen nicht auf Anhieb, was die beiden Tierchen da tun und fragen uns dummdreist: "Are they wrestling?" Das Vorurteil, dass der Großteil der Amerikaner prüde ist, scheint also wirklich zu stimmen!
In unserem tollen Reiseführer wird Carmel als sehr teueres Pflaster angepriesen. Besonders traumhaft muss der weiße Strand sein. Berühmt wurde dieser Ort auch durch den Bürgermeister Clint Eastwood. Wir lassen uns also überraschen. Gleich in Strandnähe bekommen wir einen schattigen und kostenlosen Parkplatz. Wir packen unsere Badesachen aus und cremen uns mit der extra mitgebrachten Nivea Sonnencreme (Schutzfaktor 16) gründlich ein. Dann geht's schnell runter zum Strand. Regungslos stehen wir einige Sekunden mit offenem Mund da. Tatsächlich erstreckt sich ein kilometerlanger weißer Strand vor uns. Wahnsinn! Leider ist das klare Wasser doch noch etwas zu kalt zum Baden und es windet sehr stark, so dass man sich nicht ungestört sonnen kann. Wir laufen einmal den gesamten Strand ab und versuchen ein Sonnenbad zu nehmen. Abschließend joggen wir dann zum Auto zurück. Da wir in Carmel bestimmt kein günstiges Motel finden werden, düsen wir weiter auf dem Highway #1.
Im weiteren Verlauf der Strecke locken immer wieder neue Ausblicke
und Fotomotive zum Anhalten. Spontane Entschlüsse zum Übernachten fallen
aber südlich von Big Sur schwer. So kommen wir schließlich am späten
Nachmittag in Cambria an. Nach sehr langem Suchen finden wir auch einen
anständigen Supermarkt, wo wir Fleisch, Getränke und unsere berühmte
Kühlbox ($3,99) kaufen. Eigentlich hatten wir vor, in San Simeon zu
übernachten. Doch dieser Ort besteht nur aus einer einzigen verrotzten
Hütte! Ohne Probleme finden wir im Campground San Simeon Creek noch
einen freien Stellplatz ($12). Am nahe gelegenen Fluss sammeln wir noch
Holz für unser Feuer und fangen wenig später an zu grillen.
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