Reisetagebuch

4. Tag: San Francisco - Monterey

 29.08.99: Ab auf den Highway #1
 Wetter: bewölkt
 Temperatur: 22° C
 Autor: Thomas Flinspach

Um 8.00 Uhr möchten wir auschecken. Doch erst nach halbstündigem Warten, da die Rezeption nicht besetzt war, können wir das Hotel verlassen. Das Wetter ist nicht gerade vielversprechend - viel Nebel und ziemlich kalt. Doch das soll uns die gute Stimmung nicht vermiesen. Wir holen das Auto aus der Garage und stören dabei einen Penner beim Urinieren an unser Garagentor. Was man hier nicht alles erlebt???

Die rauhe KüsteNichtsdestotrotz laden wir das Gepäck in den geräumigen Kofferraum und ich übernehme zum ersten Mal das Steuer des Suzuki. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob man in Stuttgart die Weinsteige hochfährt oder in San Francisco die stark befahrenen und sehr steil (bis zu 30%) abfallenden Straßen. Trotzdem macht es nach kurzer "Einarbeitungszeit" riesigen Spaß herumzubrausen. Zum krönenden Abschluss fahren wir einmal die berühmte Lombard Street ab. Das Erlebnis, die Lombard Street einmal heruntergefahren zu sein (es ist eine Einbahnstraße gesäumt von unzähligen knipsenden Japanern), reißt einen nicht gerade vom Hocker. Aber wenigstens ist diese Touristenattraktion umsonst, was in Amerika höchst selten vorkommt!

Nun wird's aber wirklich Zeit, dass wir all diesen Nebel hinter uns lassen! Ab auf den Highway #1! Wir freuen uns schon riesig auf Sonne, Strand und Meer. Gegen 9.30 Uhr verlassen wir also San Francisco und fahren auf der schönsten Bundesstraße der Welt, dem Highway #1, Richtung Süden. Jetzt ist auch der richtige Moment, um zum ersten Mal unsere selber zusammengestellten Musikkassetten einzulegen. Yeah! Bruce Springsteen mit "Born in the USA" kommt genau im richtigen Moment. So macht die Fahrerei gleich doppelt soviel Spaß.

Schon nach kurzer Zeit bekommen wir die ersten Strände zu Gesicht - noch nicht überwältigend schön, aber immerhin Sand und Meer. Irgendwann halten wir es dann nicht mehr aus und halten an einem kleinen, abfallenden Strand an.

Auch von dem starken und kühlen Wind lassen wir uns unseren ersten Strandspaziergang nicht vermiesen. Zur Stärkung knabbern wir etwas Studentenfutter und testen mit flachen Steinen die Oberflächenspannung des Wassers. Dann geht's aber auch schon weiter auf der kurvenreichen Überlandstrecke Richtung Santa Cruz.

Relaxen am StrandSanta Cruz ist eine unter den amerikanischen Studenten sehr beliebte Universitätsstadt. Und auch wir können schnell nachvollziehen, warum dies so ist. Sofort sind wir von dem "Easy Going" der jungen Studenten angesteckt. Mittlerweile ist auch die Sonne herausgekommen und hat die Temperaturen auf 30° C ansteigen lassen. Nur der starke Meereswind stört noch etwas. Wir parken unser Auto in Strandnähe (ohne dafür zu zahlen!) und wandern einmal den von vielen Latino-Amerikanern gesäumten Badestrand ab. Sehr gewöhnungsbedürftig ist der angrenzende Vergnügungspark mit einer riesigen Achterbahn. Anschließend gehen wir in der gemütlichen Innenstadt Salat essen und stöbern durch einen wunderschönen Buchladen.

Um 15.30 Uhr düsen wir ab nach Monterey. Immer noch sind wir wahnsinnig beeindruckt von der Felslandschaft durch die uns der Highway #1 führt. Am späten Nachmittag treffen wir in Monterey ein. Monterey ist wirklich wunderschön. Es hat zwar keinen richtigen Badestrand, aber eine wirklich pittoreske Küste. Zudem sind hier die Temperaturen wesentlich moderater als z.B. in San Francisco. So langsam ist es an der Zeit einzukaufen und nach einem Quartier für die Nacht zu suchen. Wir beschließen erst mal nach eine Unterkunft Ausschau zu halten.

Nach langem hin und her hat mich Philipp davon überzeugt, dass es aufgrund der etwas teureren Motels (ab $50) sinnvoller ist zu campen. Schließlich finden wir im Veteran Memorial Campground (etwas oberhalb von Monterey) noch ein Plätzchen ($10). Wir bauen Philipps Zelt auf und kaufen uns in einem der zahlreichen Supermärkte allerhand leckere Fressalien. Somit endet ein schöner und ereignisreicher Tag an einem romantischen Lagerfeuer mit eisgekühltem leckerem "Bud" und einem saftigen Rinderbraten (eigentlich fehlen nur noch zwei nette Mädels!).
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