Reisetagebuch

31. Tag: Lassen Volcanic NP - Redding

 25.09.99: Erstürmung des Lassen Peak
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 32° C
 Autor: Philipp Knauss

Von der Sonne wachgeküsst und allerbester Laune ob des unübertreffbaren Wetters, fahren wir zum nicht weit entfernten Bumpass Hell Trail. Mein Fuß ist auch nicht mehr so dick und stellt also kein Hindernis mehr da. Nach einer Dreiviertelstunde erreichen wir die Lava Beds. Blubbernde, stinkende Schwefellöcher, aber dennoch sehr interessant, wenn man so was noch nie gesehen hat, zum Beispiel im Yellowstone National Park. Anschließend fahren wir weiter zum Lassen Peak Trail. Der Lassen Peak ist ein Vulkan und der höchste Berg in der Gegend mit 3184m. Der Aufstieg beginnt allerdings auf ca. 2500m. Die ganze Sache, dürfte uns demnach nicht all zu sehr fordern.

Aussicht vom Lassen PeakDas dachten sich auch einige andere Wandersleut', und auf dem Parkplatz stehen bereits zahlreiche Busse, deren Insassen schon wacker gen Gipfel streben. Zu unserem Verdruss sind auch einige Schulklassen darunter, die zu überholen auf den schmalen Wegen Nerven und Zeit kostet. Dennoch erreichen wir in mal wieder rekordverdächtiger Zeit den Gipfel. Der Blick von da oben ist überwältigend. Nach Norden, den Vulkankrater zu Füßen, sieht man in weiter Ferne den noch um einiges höheren Mt. Shasta. Hier liegt noch richtig viel Schnee, und trotzdem ist es im Windschatten der schroffen Felsen so warm, das wir noch ein letztes Mal ein ausgiebiges Sonnenbad nehmen. Dummerweise ignoriere ich die mehrfachen Ermahnungen von Thomas, mich einzucremen. Ich bin ja schon so braun, sage ich, und es kommt, wie es kommen musste: ich verbrenne mir ganz übel das Näschen. Die Höhensonne hab ich einfach unterschätzt.

Nichtsdestotrotz gehört diese Wanderung mit zu den schönsten Erlebnissen der ganzen Reise. Nachmittags sitzen wir wieder im Auto auf dem Weg nach Redding, wo wir zu übernachten gedenken. Meine Stimmung ist ein wenig getrübt, trotz des erfolgreichen Tages, weil es ab jetzt so ein bisschen in Richtung Heimreise geht. In Redding suchen wir ein Motel mit Pool und funktionierender Klimaanlage, denn es ist verdammt heiß. Die Thunderbird Lodge wird diesen Anforderungen gerecht und kostet $38. Den Pool meide ich allerdings, weil ich mein Gesicht möglichst nicht mehr der Sonne aussetzen möchte. Gezwungenermaßen sitze ich drinnen und glotze TV bis es dunkel wird. Dan fahren wir ein bisschen planlos in Redding rum, auf der Suche nach einem Olive Garden Restaurant, das wir auf der Hinfahrt kurz gesehen hatten. Hier soll es - laut einem TV Spot - Pasta All You Can Eat geben. Als wir es endlich gefunden haben, schauen wir uns dann doch erst mal woanders um, denn Fresstempel gibt es hier in rauen Mengen.

Schneeballschlacht auf dem GipfelSchließlich landen wir im Startseitetown Buffet, einer über ganz Amerika verbreiteten Restaurantkette, wo man sich für $9 über ein riesiges Buffet mit allen erdenklichen amerikanischen Kaloriendröhnungen hermachen darf. Genau das Richtige für uns. Pasta gibt es da natürlich auch in rauen Mengen. Geschmacklich befindet man sich hier selbstverständlich eher im unteren Mittelfeld. Wir gehen noch in einen dieser riesigen Barnes & Noble Book Stores, in dem erstaunlich viele Kunden sind, in Anbetracht der Tatsache, dass es Samstag Abend ist. Redding ist, soweit wir das mitbekommen haben, ein langweiliges Provinznest, und wir verzichten darauf, hier das Nachtleben zu erkunden.
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