Reisetagebuch

23. Tag: Bluff - Monument Valley - Grand Canyon

17.09.99: Auf holpriger Piste durchs Monument Valley
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 31° C
 Autor: Thomas Flinspach

Der Morgen beginnt mit einer gemütlichen Runde im Whirlpool. Das einzige was etwas stört, ist eine dicke Mutter mit ihren Söhnen. Das Wetter ist einfach traumhaft. Es hat jetzt schon um die 25° C! Es könnte alles so schön sein, doch leider fühlt sich Philipp nicht besonders. Er hat starke Kopf- und Gliederschmerzen und kommt erst gegen 9.00 Uhr aus dem Bett. Doch eine halbe Stunde später sitzen wir dann in unserem Jeep und fahren auf der #163 weiter zum Monument Valley. Natürlich kommen wir auch noch mal durch Mexikan Hat. Und natürlich müssen wir unserer Aggression freien Lauf lassen und brüllen ein paar derbe Schimpfworte aus dem Fenster, las wir die Motels passieren.

Monument Valley in seiner ganzen SchönheitSchon von weitem sehen wir die spektakulären Massive, als Überbleibsel einer vor Jahrtausenden zusammenhängenden Hochebene. Sogleich müssen wir anhalten, um ein paar Fotos schon von der Straße aus zu machen. Dann fahren wir weiter auf einer staubigen Stichstraße zum Visitor Center, wo wir den Eintritt von je $2,50 bezahlen. Das Monument Valley ist nämlich nicht Teil des Nationalparksystems, sondern wird von den Navajo-Indianern selbst verwaltet.

Am stark frequentierten Visitor Center angekommen, hat man die Möglichkeit, an einer geführten Jeep-Tour teilzunehmen. Viele Verleihfirmen verbieten ihren Kunden nämlich mit dem Mietwagen im Monument Valley auf den holprigen und staubigen Wegen herumzufahren. Wir haben aber damit überhaupt kein Problem! Wir fahren also den gut 10 Meilen langen Kurs ab und bestaunen die verschiedenen rostroten Monolithen und Felsnadeln. In der Mittagssonne wirken die Felsen besonders beeindruckend und selbst bei weniger gutem Wetter darf man unter keinen Umständen das Monument Valley auf seiner Tour auslassen!

Straße zum Monument ValleyUm 12.00 Uhr brechen wir dann mit einem sehr staubigen Auto auf zum Grand Canyon. Schließlich kommen wir mit dem letzten Tropfen Sprit im überraschend großen Kayenta an, wo wir uns für ein Mittagessen beim Burger King entscheiden. Über die #160, #89 und schließlich die #64 kommen wir kurz vor 16.00 Uhr am Grand Canyon an. Hier können wir dann am Eingang wieder stolz unseren Golden Eagle Pass präsentieren. Gleich fahren wir zu dem nun total ausgebuchten Mather-Campground. Zum Glück haben wir gestern reserviert! Wir checken ein und fahren zu unserem großen und wunderschönen Campplatz. Philipp legt sich erst einmal eine Runde hin, da er sich immer noch sehr schlapp fühlt. Meinereins baut in der Zwischenzeit das Zelt auf.

Nachdem sich Philipp wieder etwas erholt hat, kaufen wir im nahe gelegenen Camper Village zu noch recht humanen Preisen Holzkohle und Fressalien ein. Leider darf man am Grand Canyon nämlich kein Holz sammeln. Überhaupt kommen wir uns wie in einer Großstadt vor. Hier gibt es sogar einen Flughafen und eine Eisenbahn. Ansonsten bekommt der Tourist von der Nobelherberge bis zur Wäscherei alles geboten. Leider gibt's auch hier nur etwa 16 Duschen für alle Campgrounds.

Mather Campground im Grand Canyon NPNatürlich wollen auch wir den obligatorischen Sonnenuntergang am Hopi Point live miterleben. Und so fahren wir mit dem langsamen, aber kostenlosen, Shuttle Bus zu dem traumhaften Aussichtspunkt. Allerdings muss man sich schon etwas Warmes zum Anziehen mitnehmen, da man sonst fast erfriert. Leider entpuppt sich der Sonnenuntergang auch nicht viel spektakulärer als in Stuttgart. Nur mit dem Unterschied, dass man in die vom Colorado River in 6 Millionen Jahren gerissenen Schluchten des Grand Canyons hinunterschaut. Und so vergeht auch ein weiterer Urlaubstag wie im Fluge.
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