Tagebuch 2005

4. Tag: Las Vegas - Grand Canyon

 Samstag, 18.06.05: Leaving Las Vegas
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 30° C

Wiederum war die Nacht sehr kurz, denn ich bin schon gegen 5 Uhr wach. Das ist aber kein Problem, denn die Vorfreude, nach nur einem Tag Las Vegas wieder zu verlassen, lässt die aufkeimende Müdigkeit schnell vergessen;-) An meiner Meinung also, dass ein Tag für Las Vegas ausreicht, hat sich also nichts geändert. Und so verlassen wir gegen 9 Uhr Las Vegas Richtung Osten um über den gigantischen Hoover Dam und Boulder zum südlichen Tor des Grand Canyons zu gelangen. Von dort aus wollen wir nämlich morgen den eigentlich verbotenen "One-Day-Hike" auf dem Bright-Angel-Trail runter zum Colorado machen.

Der gestaute Lake Mead bei BoulderBevor wir allerdings auf den Freeway fahren, wird erstmal kräftig Proviant fürs heute beginnende Campen eingekauft. Schließlich wollen wir heute Abend gemütlich grillen und dazu ein kühles Budweiser schlürfen. So kaufen wir also alles Mögliche ein und schieben uns im Auto je noch zwei klebrige und total überzuckerte Vanilleschnecken zum Frühstück rein. Nicht ohne beeindruckt festzustellen, dass im Eingang dieses Supermarkts ebenfalls vier bimmelnde Einarmige Banditen angebracht sind, an denen sich ein bemitleidenswerter Mann gerade arm spielt. Ich denke, wir verlassen Las Vegas keine Sekunde zu früh!

Über den Nobelvorort Boulder City gehts dann über den Hoover Dam, der heute ausnahmsweise staufrei ist, auf die #93 und dann auf die #40 quer durch die Wüste, die uns jetzt schon unglaubliche 33° C serviert.

Unser Zeltplatz im Mather CampgroundNach 5,5 Std. stehen wir dann schließlich am südlichen Parkeingang des Grand Canyon, der an dieser Seite stark bewaldet ist und dessen Bassin hier fast 2000 Meter hoch liegt. Wir löhnen brav die 20$ Parkeintritt. Schnurstracks fahren wir daann zu unserem bereits von Deutschland aus vorgebuchten Campingplatz auf dem Mather Campground. Mit dem Platz haben wir wirklich Glück gehabt, denn er ist sehr großzügig angelegt und schattig. Überhaupt ist der Mather Campground einer der besten Campgrounds an der Westküste. Perfekte Infrastruktur und die sanitären Anlagen sind wirklich in Ordnung.

Wir bauen dann gleich unser 2-Mann-Jack-Wolfskin-Zelt auf, was überraschend problemlos fürs erste Mal klappt, und düsen dann zum angrenzenden Einkaufszentrum rüber, um Holz zum Grillen zu kaufen. Denn Holz eigenständig zu sammeln, ist hier verboten.

Ich beim Genießen des Ausblicks am Mather PointBevor wir grillen, möchten wir uns schon einmal für unsere morgige Höllenwanderung einstimmen und wir fahren zum Mather Point. Michael ist schon ganz gespannt, denn der Grand Canyon ist ihm das Wichtigste auf diesem Trip. Und als er dann zum ersten Mal die Weite und die Tiefe erblickt, übertrifft es all seine Erwartungen! Einfach gigantisch und eigentlich nicht zu begreifen, welche Ausmaße diese Schluchten einnehmen und wie tief sich der Colorado River über Millionen von Jahren in das Gestein eingegraben hat. Man kann soviel Photos schießen wie man will, man muss sich das einfach einmal in seinem Leben in natura angeschaut haben. Wir verbringen hier mit vielen anderen Touristen - hauptsächlich Japaner - einige Zeit und lassen uns von der Natur verzaubern.

Zurück am Zeltplatz beginnen wir mit der Grillzeremonie und braten uns je zwei leckere Schweinerücken, wobei der eine, der in die Glut runtergefallen ist, überraschend besser schmeckt als der andere;-) Dazu trinken wir leckeres Budweiser Bier, die dank unserer billig Styropor-Kühlbox gut gekühlt sind. "Das ist die perfekte Vorbereitung für unsere morgige Tour", denken wir. So macht Urlaub Spaß!

Da es jetzt aber schon gut abgekühlt ist, geht es schon um 22 Uhr in die Schlafsäcke. Aber schließlich wollen wir morgen ausgeruht an den Start gehen; denn diese 30 km Wanderung, bei der wir bei höllischen Temperaturen 2800 Höhenmeter zu bewältigen haben werden, wird uns alles abverlangen.

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