20. Tag: Los Angeles
So, heute ist zum einen endlich the 4th of July, sprich: Independance Day. Wir sind schon gespannt, wie die Amis Ihren wichtigsten Feiertag feiern werden. Die vielen Hinweisschilder auf Feuerwerk lassen uns aber erahnen, dass heute abend ab 20 Uhr ordentlich was los sein wird. Aber es ist gleichzeitig auch unser letzter gemeinsamer Urlaubstag und langsam kommt auch ein wenig Wehmut auf, denn die letzten 19 Tage sind wirklich viel zu schnell verflogen. Und zumindest Michael muss sich langsam mit dem Gedanken anfreunden übermorgen schon wieder in Deutschland zu sein. Ich dagegen habe noch das besondere Vergnügen sechs weitere Tage in San Diego, meiner Lieblingsstadt, bei Bekannten dranzuhängen. Das Beste habe ich mir also bis zuletzt aufgehoben! Nachdem wir in dem sehr empfehlenswerten Malibu Beach RV Park ausgecheckt haben, wollen wir uns das Getty Center anschauen, eines der weltberühmtesten Museen. Es ist aber nicht nur wegen seiner vielen unterschiedlichen Kunstobjekte bekannt, sondern vor allem wegen seiner ungewöhnlichen Architektur. Zumindest muss man einmal da gewesen sein. Doch schnell macht sich Ernüchterung breit, denn aufgrund des heutigen Feiertags hat das Getty bedauerlicherweise geschlossen. Na, prima! "Zur Strafe" fahren wir dann den Mulholland Drive ab, der gleich nebenan liegt. Mittlerweile kenne ich die scharfen Kurven der sich auf den Hügeln von Hollywood schlängelnden Straße recht gut. Schließlich bin ich schon vor zwei Jahren hier oben rumgekurvt, weil mich der gleichnamige Film von David Lynch so dermaßen fasziniert hat, dass ich total auf dieses Erlebnis fixiert war. Es macht wirklich tierischen Spaß bei diesem schönen Wetter hier herumzukurven, nur man muss höllisch aufpassen, dass man nicht aus der Spur kommt. Tja und dann sind wir wirklich etwas ratlos, was unsere weitere Tagesplanung angeht. Unser Reiseführer hilft uns auch nicht recht weiter und so düsen wir nochmals rüber zum Hollywood Blvd. und stellen unseren roten Pontiac im Parkhaus des Chinese Theatre ab. Wir quetschen uns nochmals durch die Menschenmassen und shauen uns zum wiederholten Male die Souvenir-Shops und Klamottenläden an. Beide sind wir etwas unzufrieden mit der Situation, weshalb wir uns dann entschliessen, zwei Karen für die Nachmittagsvorstellung von Tom Cruises neuen Blockbuster WAR OF WORLDS im Chinese Theatre zu kaufen. Mit großen Augen beobachten wir, wie sich die Amis im Foyer tonnenweise dieses eklig-salzige und vor Butter nur so triefende Popcorn holen - zusammen mit einer halben Gallone Cola! Dementsprechend riecht auch der ganze Saal nach Butter! Dennoch lassen wir uns davon nicht die Vorstellung vermiesen, wenngleich Steven Spielberg schon bessere Filme gedreht hat. Summa summarum gehen wir etwas enttäuscht aus dem Kino. Wir überlegen kurz, ob wir uns das Feuerwerk hier auf dem Hollywood Blvd. anschauen sollen, aber da wir befürchten, dann evtl. Schwierigkeiten bei der Motelsuche zu bekommen, fahren wir doch schnell raus nach Anaheim, wo ja bekanntlich die größte Hotel- und Moteldichte der Stadt ist. Schnell merken wir, dass unsere Bedenken ungerechtfertigt waren, denn wir können problemlos in einem Motel 6 einchecken. Mittlerweile ist es auch kurz vor 20 Uhr und die Amis tummeln sich in Vorfreude auf das Feuerwerk auf den Highways. Nahezu alle Geschäfte und Restaurants haben schon seit ein paar Stunden geschlossen und so haben wir doch etwas Schwierigkeiten ein Restaurant zu finden. Heute soll's ja auch etwas Besseres sein, am letzten Urlaubstag! Schließlich werden wir nur unwesentlich entfernt von unserem Motel in einem mexikanischen Restaurant fündig. Wir geniessen nochmals die mexikanische Küche und stopfen köstliche Fajitas und Nachos in uns hinein und trinken dazu leckere Margaritas für einen sensationell günstigen Preis. Draußen tobt mittlerweile schon das Feuerwerk, doch so spektakulär, wie wir uns das eigentlich vorgestellt hatten, ist es nun doch nicht. Es verteilt sich zumindest hier in L.A. auf zu viele Schauplätze und hat auch wegen der noch nicht vollständigen Dunkelheit bei weitem nicht die Intensität wie unsere Feuerwerke. So gehen wir dann wieder zurück ins Motel und trinken auf dem Motelzimmer die letzten Budweiser...
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