Tagebuch 2005

17. Tag: Morro Bay - Solvang - San Luis Obispo - Morro Bay

 Freitag, 31.06.05: Dänen lügen nicht
 Wetter: neblig - sonnig - neblig
 Temperatur: 18 ° - 34° - 18°C

Da wacht man auf und denkt, es strahlt einem beim Hinausblitzeln aus dem Vorzelt die kalifornische Sonne ins Gesicht, doch stattdessen läuft mir beim Hinauskrabbeln kaltes Regenwasser in den Nacken. Von Sonne ist weit und breit keine Spur! Es nieselt und es ist immer noch neblig. Und da wir gleich aufbrechen müssen, um uns ein neues Quartier zu suchen, bleibt uns nichts anderes übrig, als das nasse Zelt erstmal in den Kofferraum zu verfrachten.

Windmühle in SolvangSchnell noch ein paar Cornflakes eingeworfen und dann brausen wir auch schon rüber zum viel größeren Campground im Morro Bay State Park. Und welch ein Wunder! Wir bekommen den letzten freien Platz, der gerade erst frei geworden ist. Das ist natürlich jetzt wirklich klasse, denn so können wir ganz entspannt den weiteren Tag gestalten. Zwar können wir auch hier erstmal nur eine Nacht bleiben, aber wegen morgen machen wir uns jetzt erstmal keine Gedanken.

Zwar ist es hier wesentlich enger als auf dem Campground im Montana de Oro State Park, aber das stört uns jetzt nicht großartig. Schließlich gibt es hier ordentliche Duschen und Toiletten. Wir bauen unser Zelt auf, damit es wieder trocknet. Wobei da eher Wunsch der Vater des Gedankens ist, denn es ist hier natürlich ebenso neblig und feucht.

So, dann kann's jetzt eigentlich los gehen! Nur, wohin? Denn so richtig einen Plan haben wir nicht. Nach kurzer Diskussion entschließen wir uns auf dem Highway #1 nach Norden zum Hearst Castle zu fahren. Dieses architektonische Disaster von Schloß (ein Mix aus architektonischer Phantasie und Nachbau europäischer Vorbilder), des spinnerten Pressezars Randolph Hearst hatte ich mir bei meinem letzten Trip nicht angesehen. Doch dieser Abstecher sollte sich als absoluter Fehlschlag erweisen. Denn leider ist das Schloß aus der Ferne nicht zu erspähen und wir sehen nun partout nicht ein die $14 Eintritt pro Person zu zahlen. Schließlich haben wir bei uns in "Old Europe" die original Schlösser vor der Haustüre. So tingeln wir bloß durch den Souvenir Shop und informieren uns in der kostenlosen Ausstelung im Visitor Center über die Hintergründe.

Nicht täuschen lassen! Dieses Haus steht nicht in Dänemark, sondern in KalifornienDoch irgendwann sind wir von den Touristenmassen und den vielen schlechten Shops so genervt, dass wir ganz zackig wieder abdüsen.

Da wir auch hier immer noch im Nebel gefangen sind, versuchen wir jetzt der Sonne südwärts entgegen zu fahren. Wir fahren auf dem Highway #1, auf den ich mich monatelang so gefreut hatte, bis San Luis Obispo und biegen dann ab auf die #101 und fahren gut 50 Minuten bis zu dem dänischen Ort Solvang.

Ja, Sie haben richtig gelesen! Solvang ist ein dänischen Städtchen mitten in Kalifornien und könnte eigentlich aus Hans Christian Andersens Märchenbuch entstammen. Nur die Straßen sind ein bißchen undänisch breit und natürlich vollgeparkt mit amerikansichen Autos. Der Ort entstand erst Anfang des Jahrhunderts als Gründung dänischer Einwanderer. Und, oh Wunder: hier ist sagenhaftes Wetter!

Wir parken ziemlich zentral und verbummeln gut eine Stunde in den zahlreichen Gift Shops, Restaurants und Cafés. Wirklich alles sehr gemütlich hier und wir verspüren einen Hauch europäisches Heimatgefühl. Da die Restaurants gröstenteils gesalzene Preise verlangen, stillen wir unseren Hunger beim Burgerking.

Und noch ein niedliches dänisches HäuschenZum Abschluss des Tages düsen wir wieder zurück nach San Luis Obispo - einem wirklich erfrischend relaxten und gepflegtem Städtchen mit vielen jungen Leuten, prima Klamotten-Shops (u.a. Abercrombie & Fitch) und Restaurants. Ein wirklicher Geheimtipp! So bummeln wir gut eingecremt, denn hier knallt die Sonne ordentlich runter, durch die Hauptstrasse und hängen schließlich im Starbuckss ab.

Als wir dann wieder durch die Nebelwand von Morro Bay zurück an unserem Campingplatz ankommen, müssen wir leider mit Schrecken feststellen, dass unser lieber Nachbar seinen megalauten Generator seines Wohnwagens angestellt hat. Die Lautstärke ist wirklich kaum auszuhalten und nicht nur uns geht das wahnsinnig auf den Keks. Aber leider können wir nichts dagegen machen, da es laut Vorschrift bis 20:00 Uhr erlaubt ist. Schnell geduscht und wir entfliehen dem Krach und trinken Downtown noch in einer der gemütlichen Bars ein Feierabend-Bierchen.

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