Tagebuch 2005

15. Tag: Bakersfield - Sequoia NP

 Mittwoch, 29.06.05: Man sind die dick, Mann!
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 30 ° - 33° C

Da wir wegen der Sicherung eines Campingplatz frühzeitig im Sequoia NP ankommen wollen und Bakersfield nicht viel Sehenswertes zu bieten hat, befinden wir uns bereits um 8:30 Uhr auf dem Highway.

Ich vor dem gigantischen General Sherman TreeGegen 11:30 Uhr erreichen wir schließlich die Parkeinfahrt und bezahlen brav die $10 Parkgebühr. Auf dem Schild, das anzeigt, ob die Campgrounds ausgebucht sind, sehen wir, dass alle noch freie Plätze haben. Entsprechend relaxed ist dann auch die Stimmung bei uns.

Dann geht es erstmal 40 Minuten lang auf der #198 über unzählige Serpentinen hinauf auf das Hochplateau in etwa 2000 Meter Höhe. Mehr als 25 mph kann und darf man hier nicht fahren. Oben passiert man die ersten Sequoias kurz vor dem Giant Forest Village. Kurz dahinter kommt dann auch schon der von uns favorisierte Lodgepole Campground. Und wir haben Glück: wir bekommen doch tatsächlich den schönsten Platz. Zumindest nach Aussage der Rangerin, die mich auch noch aufgrund meines Bildes auf meiner VISA-Karte auf knackige16 Jahre schätzt;-((

Traumhaftes Campen im SequioaDoch sie sollte nicht zu viel versprochen haben, denn die #128 ist wirklich ultraromantisch an einem rauschenden Bach gelegen und ziemlich abseits von all den anderen Plätzen! Hier können wir dann also abends ganz in Ruhe mit den vielen Schwarzbären abfesten!

Nachdem wir wegen der vielen Bären unsere ganzen Essensvorräte, die leckende Kühlbox und auch die Kosmetika in dem dafür vorgesehenen Eisenverschlag verstaut haben, machen wir uns auf zur Wanderung. Schließlich haben wir unseren Körpern nun schon tagelang nichts mehr abverlangt! Und so starten wir am berühmten General Sherman Tree, der laut Tafel, das "Largest living thing on earth" sein soll und der ideale Startort für eine Wanderung ist.

Soooooooo breit ist ein SequoiaDer Sherman Tree hat einen Bodendurchmesser von 12 Metern und ist immerhin 83 Meter hoch. Sein Alter wird auf 2.500 Jahre geschätzt - also fast so alt wie Johannes Hesters. Unglaublich ist, dass sein jährliches Wachstum der Holzmenge eines normalen Baumes von 20 Metern entspricht. "Einfach gigantisch", kann ich nur sagen! Flugs noch ein paar Bilderchen geschossen und wir machen uns dann auf die Wanderschaft.

Wir laufen bei immer noch wunderschönem Wetter die verschiedenen Trails (Huckleberry Meadow, Congress Trail) ab, die alle mehr oder weniger ineinander übergehen. Michael ist von dem Wald im Allgemeinen und von den Sequoias im Speziellen hellauf begeistert. Er hatte sich die letzten Tage, genauso wie ich, ziemlich satt gesehen an der kargen Einöde der Wüste. Es geht immer schön bergauf und bergab, vorbei ein teilweise verbrannten und ausgehöhlten Sequoias, grünen Wiesen, plätschernden kristallklaren Bächen und kleinen blühenden Blumenfeldern. Und das Ganze ohne großartig von Touristenmassen erschlagen zu werden. Wirklich faszinierend und ultra erholsam!

Es grünt so grün - auch im Sequoia!Nach ca. 3 Std. treten wir - mittlerweile total entspannt - den Rückzug an. Wir duschen uns im überraschend großen Village und waschen auch noch gleich unsere Wäsche. Auch das war nun mittlerweile mal wieder nötig geworden.

In dem angeschlossenen Market Place essen wir noch eine Kleinigkeit und ziehen uns dann zurück auf unseren Zeltplatz um den Abend zufrieden bei einem Bierchen und Bachrauschen ausklingen zu lassen. Als dann noch ein junges Reh ca. zwei Meter an unserem Zelt vorbei läuft, ist die triefende Romantik eigentlich durch nichts mehr zu steigern....

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