Tagebuch 2005

13. Tag: Alamogordo - Tombstone - Organ Pipe NM

 Montag, 27.06.05: Auf den Spuren von Wyatt Earp
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 30 ° - 36° C

Heute konnte ich zum ersten Mal richtig gut schlafen, obwohl die Temperaturen in der Nacht immer noch bei gut 27° C lagen. Nach einer Dusche und unserem Pseudo-Frühstück mit Cornflakes und Bananen, das mir langsam wirklich zum Hals raushängt, geht's ab auf die Piste. Unser nächstes Ziel ist Tombstone, die Western-Stadt schlechthin, dank Wyatt Earp, Doc Holliday und dem legendären Gun Fight at O.K. Corral. Wem von Ihnen diese Geschichte nicht so präsent ist, braucht sich nicht gleich schämen. Auch mir war zwar Wyatt Earp ein Begriff, aber ich konnte nichts Bestimmtes mit ihm verbinden. Aber da Michael ein wahrer Western-Experte ist, hat er mich natürlich sofort auf Stand gesetzt!

Statdbild von TombstoneUm die späte Mittagszeit herum erreichen wir dann schließlich die Old Western Town und sind sofort von dem Stadtbild fasziniert. Alles ist hier so wiederaufgebaut wurden, wie Anfang des 19. Jahrhunderts und man fühlt sich komplett in diese Zeit zurückversetzt. Hier findet man einen richtigen Saloon, eine authentische Pferdekutsche, richtige Cowboys und natürlich den berühmt-berüchtigen O.K. Corral, wo sich damals diese Schießerei zugetragen hat. Ich bin mir natürlich bewusst darüber, dass ein solcher Ort die Geschmäcker spaltet, aber selbst wenn man sich nicht mit all dem Zirkus nicht anfreunden kann, so muss man doch Respekt aufbringen, mit wieviel Mühe dieser Ort aufgehübscht wurde. Aber schlussendlich lebt diese Stadt auch nur vom Tourismus und muss diesen Hype aufrecht erhalten.

Kutsche in TombstoneWir bummeln also beeindruckt durch die zahlreichen Souvenir-Shops an der Allen Street und Michael kauft sich eine Karte für die Aufführung der O.K. Corral-Schießerei um 14 Uhr ($7.50) . Ich stattdessen ziehe es vor, in einem - natürlich im Western Look gehaltenen - Café eine leckere Latte Macchiato zu trinken und ein paar Souvenirs zu erwerben (darunter eine grüne Chilimarmelade!)

Als Michael von der Show zurückkommt, ist er jedenfalls ganz zufrieden, wenngleich ihm die Sonne mitten ins Gesicht geknallt ist. Dann laufen wir wieder hurtig zurück zum Auto, denn wir haben vor, heute noch zum Organ Pipe NM zu fahren, das direkt an der mexikanischen Grenze liegt.

Ich vor dem berühmten O.K. CorralEigentlich soll es hier laut unserer Reiseführer eine spektakuläre Auswahl von Kakteen geben, aber das einzige, was uns nach einer zähen, anstrengenden und drei Stunden dauernden Fahrt spektakulär erscheint, ist die amerikanische Border Patrol, die uns ständig entgegenkommt, immer auf der Suche nach mexikanischen Flüchtlingen.

Im Nachhinein wären wir wohl besser über Tucson gefahren und hätten uns hier die Stadt angeschaut und Quartier bezogen. Denn das Organ Pipe NM ist nun wirklich keinen Umweg wert. Bis auf ein Pärchen mit einem VW-Bus sind wir die einzigen Besucher im eingebetteten, total verwilderten und heruntergekommenen Campground. Uns ist schon ein wenig unheimlich, denn zahlreiche Schilder warnen hier vor mexikanischen Flüchtlingen. Auch die Hitze tut ihr übriges zu der etwas schlechten Stimmung: kurz vor 20 Uhr hat es hier bestimmt immer noch um die 32° C!

So hauen wir die Heringe unseres Zeltes in den vertrockneten Sandboden, essen und trinken noch eine Kleinigkeit und versuchen dann, so gut es bei dieser Hitze geht, einzuschlafen.

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