Reisetagebuch

2. Tag: San Francisco

 27.08.99: Erforschung von Downtown SF
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 25° C
 Autor: Thomas Flinspach

Nach sehr schlechtem und unruhigen Schlaf brechen wir gegen 7.30 Uhr mit dem Shuttle Bus zum Flughafen auf. Als erstes müssen wir jetzt Philipps Rucksack auftreiben. In der "Baggage Claim" haben wir dann schließlich Glück - eine (ausnahmsweise) hübsche Amerikanerin übergibt Philipp seinen Rucksack. Nun steht dem weiteren Verlauf unseres Urlaubs also nichts mehr im Wege!

Wir fahren mit dem Rental Car-Shuttle rüber zur Alamo-Abhol Station. Nachdem wir alle Formalitäten klären konnten, möchte doch tatsächlich die Dame am Schalter $153 von uns haben, obwohl wir doch schon alles im voraus bezahlt hatten. Es stellt sich heraus, dass in diesem Betrag die "Unter 25-Gebühr" enthalten ist. Da Philipp und ich beide 24 Jahre alt sind, müssen wir in diesen sauren Apfel beißen und bezahlen die Gebühr. Immerhin versichert uns die Dame, dass dies eine einmalige Zahlung sei. Sie drückt uns einen Zettel in die Hand auf dem ein Buchstabe und eine Zahl steht.

Das Red Roof Inn HotelAls wir das Parkhaus betreten, passiert uns fast ein Missgeschick: Statt unserem blauen Suzuki Esteem (Automatik, 5 Türen, Klimaanlage, kein Tempomat) nehmen wir fast einen Toyota Eclipse (Cabrio) mit. Schade, denn mit einem Cabrio durch Amerika zu brausen, hätte bestimmt mehr Spaß gemacht. Wir verstauen unser Gepäck und Philipp schnappt sich die Autoschlüssel und spielt gleich nach dem Verlassen des Parkhauses erst mal Geisterfahrer: An der sehr unübersichtlichen Kreuzung biegt er nämlich auf die Gegenspur ab! Zum Glück kommt kein Gegenverkehr! Also flugs umgedreht und nach Downtown...

Nach einer halbstündigen, meist planlosen Fahrt durch den zähflüssigen Verkehr entschließen wir uns, über die Bay Bridge nach Oakland zu fahren und dort erst einmal zu frühstücken. Nach langem Suchen finden wir in dem dortigen Chinesenviertel einen Parkplatz.

Die Gegend macht wirklich nicht den besten Eindruck. Vor lauter Aufregung sperre ich den Autoschlüssel im Kofferraum ein. Doch glücklicherweise hat Philipp die Fahrertüre offen gelassen. Einen Schlüsseldienst zu rufen, hätte uns jetzt gerade noch gefehlt! Nach einem guten amerikanischen Frühstück (Ei mit Speck, Toast und sehr dünnem Kaffee) fahren wir zurück über die Bay Bridge ($2 Gebühr) und versuchen nahe Downtown ein günstiges Hotel zu finden.

Thomas mit Stadtplan im HotelzimmerWir stellen unser Auto für $3 die Stunde in einem Parkhaus nahe dem Embacadero Center ab, was noch eher preiswert ist. Schließlich finden wir in der Leavenworth Street (gesäumt von unzähligen Pennern) das abgefuckte Hotel Verona und beziehen dort ein schäbiges Ein-Bett-Zimmer für $57. Im hoteleigenen Aufzug kämpft derweil das Reinigungsmittel gegen Urin und Kot und der Ausblick aus dem Fenster in den Hinterhof ist auch nicht gerade vielversprechend. Aber egal, denn für weniger Geld bekommt man in San Francisco fast kein Zimmer. Immerhin können wir unser Auto in einer dem gleichen Standard entsprechenden Garage abstellen. Also flugs das Auto umgeparkt und das Zimmer bezogen und dann auf ins pralle Downtown-Leben!

Um 16.00 Uhr laufen wir dann die Market Street ab - die eigentliche Einkaufsmeile in San Francisco. Hier sammeln sich alle erdenklichen Shops (GAP, CompuUSA, Virgin Records, etc.). Nach einem kurzen Abstecher bei der Tourist-Information (gleich neben der Cable-Car), "werfen" wir uns bei Wendy's je einen Hamburger ein. Anschließend laufen wir rüber zu den Piers (Pier 39) und zu der berühmten amerikanischen Touristenfalle: Fisherman's Warf. Ein Sammelsurium an verschiedensten Buden mit allerlei Schrott zu astronomischen Preisen. Hier erwerbe ich unter anderem zwei Pfirsiche zu einem Spottpreis von $5! Am Abend genehmigen wir uns noch einen Drink im Planet Hollywood (Market St.).
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