Reisetagebuch

17. Tag: Zion NP

 11.09.99: Erforschung des Zion NP
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 33° C
 Autor: Thomas Flinspach

Nach gutem Schlaf und kaffeelosem Frühstück möchten wir, bevor wir auf Wanderschaft gehen, in Springdale noch etwas Fleisch (schließlich braucht der Mensch ja auch was zu essen) für heute Abend zu kaufen.

Philipp auf dem Weg zu den Emerald PoolsDoch das ganze entpuppt sich zu einem sehr kompliziertem Unterfangen. Denn in dem doch etwas mickrigen Springdale muss man die Lebensmittelläden mit der Lupe suchen. Schlussendlich treiben wir doch noch herrlich leckeres Beef für nicht gerade billige $4.75 auf.

Dann steht aber auch schon der Emerald Pools Trail auf dem Programm. Der nicht allzu steile Anstieg führt hinauf zu kleinen Teichen, die inmitten der felsigen Landschaft wie hineinkopiert aussehen. Unterwegs kann man entscheiden, ob man weiter bis zu den Upper Emerald Pools wandern möchte. Natürlich haben wir auch dieses Schmankerl mitgenommen. Unserer Meinung nach kann man den Emerald Trail eher als Zugabe machen. Ein Muss ist es bestimmt nicht.

Nach zwei Stunden sind wir auch schon wieder am Ausgangspunkt angekommen. Gut durchgeschwitzt und von der Sonne gebrutzelt, nehmen wir die eigentliche Herausforderung dieses Tages in Angriff (schließlich soll ja zu Hause keiner behaupten, wir wären bloß auf der faulen Haut gelegen): den 12 km langen Aufstieg zum Observation Point. Diese Wanderung darf man sich unter keinen Umständen entgehen lassen, denn sie gehört zu den besten in allen National Parks! Durch die mitunter bis zu 8% Anstieg kommt man zwar ziemlich ins schwitzen, doch die Gipfelaussicht und die zerklüftete Felslandschaft entschädigt lässig für alle Mühen.

Ausblick vom Observation PointAuffällig bei all den bisher gemachten Wanderungen ist, dass anfangs noch alle Völkergruppen vertreten sind. Doch je steiler und anstrengender der Trail ist, desto schneller trennt sich die Spreu vom Weizen: als erstes hören die Amis auf, dann die Japaner. Letztendlich bleiben bloß noch Franzosen und Deutsche übrig. So auch bei dieser Wanderung: am Gipfel waren wir mit zwei Bayern alleine. Erfreulich bei dieser Wanderung ist auch, dass man relativ ungestört ist. Den Tag beschließen wir nach unserer $3-Dusche mit einem gemütlichen Grillgelage.
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