Reisetagebuch

10. Tag: Los Angeles - San Diego

 04.09.99: Am Labour Day nach San Diego
 Wetter: sonnig
 Temperatur: 34° C
 Autor: Thomas Flinspach

Nachdem unsere Klimaanlage auch heute Nacht wieder wertvolle Dienste geliefert hat, brechen wir nach einem leckeren Frühstück mit Cornflakes und Milch (wann gibt's eigentlich wieder echten deutschen Kaffee?) auf nach San Diego, wo wir den lieben Michael Schubert, einen guten Freund und Fulbright-Stipendiat, besuchen werden. Aber nicht ohne zuvor noch einen Abstecher zu der sehr schönen Mall "Block at Orange" (Anaheim) zu machen. Hier finde ich endlich einen vernünftigen Friseurladen und so lasse ich mir von einer gebürtigen Spanierin für $25 mein güldenes Haar beschnippeln. Mit dem Ergebnis bin ich weitestgehend zufrieden und ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass es nahezu keinen Unterschied zwischen einem Frisör in Deutschland oder Amerika gibt. Wir praktizieren noch ein wenig "Exxtreme Shopping" und fahren schließlich auf der I5 weiter nach San Diego.

Doch schon nach kurzer Zeit hängen wir in einem ätzenden Stau fest. Wir entschließen uns kurz vor dem sehenswerten Strandstädtchen Carlsbad auf den Highway #1 abzubiegen. Doch dadurch haben wir leider keine Sekunde gewonnen, da der Highway gleich wieder auf die I5 führt. Wirklich geschickt gemacht, hoffentlich hat's keiner gesehen. In Carlsbad gönnen wir uns dann bei "Angelos" die besten Burger auf unserer ganzen Reise. Besonders beachtenswert ist auch der wunderschöne Strand mit einem noch viel schöneren Kraftwerk.

Schubi in seinem traumhaften ArbeitszimmerSchließlich kommen wir gegen 15.00 Uhr in San Diego, genauer gesagt im nördlichen La Jolla, an. Und da steht ja auch schon, der gute alte Schubi, und wartet auf uns. Nach kurzer Begrüßungszeremonie beschließen wir, dass wir uns am Abend an der Scripps University treffen. Jetzt müssen wir erst mal wegen des Labor Day total überfüllten San Diego ein freies Motelzimmer suchen. Immerhin gewinnen wir so einen ersten positiven Eindruck von der Stadt, die hauptsächlich durch den amerikanischen Marinestützpunkt Berühmtheit erlangte. Durch das angrenzende Mexiko leben sehr viele Mexikaner in San Diego. Gerade aus diesem Grunde geht es in San Diego noch gemütlicher zu als in den anderen Großstädten der Westküste.

Nach zwei Stunden haben wir nahezu alle billigen Hotels und Motels abgeklappert und sind immer noch ohne Zimmer. Als letzte Rettung kommt jetzt nur noch das "Sleepy Time Motel" in Frage. Und tatsächlich hier bekommen wir noch ein sehr unsicheres Doppelzimmer für Labour-Day-freundliche $55. Dafür kostet der Sonntag dann auch nur noch $49. Philipp nimmt gleich sein Recht auf Notdurft war und verursacht auf dem Klo erst einmal eine ordentliche Verstopfung. Zur Strafe muss er dann an der Rezeption das Wort "Saugnapf" auf englisch umschreiben. Um 19.00 Uhr treffen wir uns dann mit "unseren" Meeresbiologie-Student Michael Schubert in seinem traumhaften Labor direkt an der Küste. "Schubi" möchte uns heute Downtown und die Old Town von San Diego zeigen und uns anschließend noch das pulsierende Nachtleben von San Diego näher bringen.Da er schon über zwei Jahre in La Jolla studiert, ist er natürlich der ideale Reiseführer!

Blick von der Scripps University auf den PazifikAlso fahren wir mit dem Auto Downtown. Zuerst essen wir in einem Restaurant mit dem wunderschönen Namen "World of Curry" unheimlich leckere Currygerichte (z.B. Hühnchen mit Reis und Currysauce). Der absolute Geheimtipp ist aber der Eistee mit Milch! Unbedingt probieren! Anschließend holen wir die sehr sympathische Suzanne, eine von Schubis Flammen, ab und besuchen dann die Old Town. Die Old Town setzt sich aus vielen kleinen, gemütlichen, hauptsächlich mexikanischen Restaurants zusammen. In einem der Bars trinken wir schließlich auf der angebauten Veranda je einen riesigen Magarita. Somit sind wir nun gut für die weitere Nacht gerüstet und wir fahren wieder Downtown in das Gaslamp Quarter, der Keimzelle des Nightlife!

Samstag Nacht scheint in San Diego der Bär zu tanzen! Denn in den unzähligen Bars, Clubs und Discos stehen hübsche junge Menschen (vor allem hübsche Frauen!) meterlang Schlange. Es ist fast unmöglich noch in eine Disco zu kommen. Außerdem lohnt es sich auch nicht mehr für ca. 2 Stunden $15 zu berappen. Schließlich dauert hier das Nachtleben nur bis ca. 1.00/2.00 Uhr. Wir ziehen es also vor, den wunderschönen Abend bei ein paar Bier in einer Mischung aus Bar und Restaurant ausklingen zu lassen.
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