Allgemein, Tagebuch 2008
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[Roadtrip 2008] Delta no more! Die Geschichte eines Horrorflugs

So, mittlerweile bin ich ja schon wieder gut 3 Wochen in deutschen Landen und leider schwinden auch schon wieder merklich meine Erinnerungen und Gefühle an diesen grandiosen und ereignisreichen Roadtrip. Aber eine Geschichte muss ich jetzt nachträglich doch noch los werden. Und zwar die über meinen Delta-Rückflug von Atlanta nach Stuttgart.

Angefangen hat das ganze Drama um 3 Uhr in der früh, als ich in meinem Hotelzimmer in Salt Lake City aufgewacht bin. Vor lauter Angst meinen Anschlussflug in Albuquerque zu verpassen, konnte ich einfach nicht länger schlafen. Man muss sich das einmal vorstellen: Delta hat mir eine Verbindung herausgesucht, bei der ich lediglich 36 Minuten Zeit habe, meine Flieger nach Atlanta zu bekommen. Und ausgerechnet heute ist natürlich noch ein heftiges Gewitter aufgezogen, weshalb ich erst recht nicht mehr daran glaube, das mir dieses Zeitfenster genügen wird.

Zur Bestätigung vermeldet auch nun auch noch der Wetter-Kanal, dass man bei sämtlichen Flüge in Salt Lake City mit ca. 30 min bis 1 Std. Wartezeit rechnen muss. Diese Info stimmt mich also nicht unbedingt ruhiger.

Als ich dann so kurz vor 7 Uhr am Flughafen aufschlage und mich zum Check-in vorarbeite, bietet mir die sehr freundliche Delta-Angestellte an, dass ich für den Aufpreis von $50 umbuchen kann und dann direkt von Salt Lake City nach Atlanta fliegen kann. Ich überlege kurz und buche dann ohne ein weiteres Zögern schnurstracks um. Irgendwie bin ich da doch der Sicherheitstyp und bin nun beruhigt, dass nun eigentlich nichts mehr schief gehen kann.

Doch da habe ich mich anscheinend wieder mal zu früh gefreut! Zwar komme ich pünktlich in Atlanta an und verbringe auch relativ entspannt die restlichen 3 Stunden bis zum Abflug um 16:55 Uhr, doch was dann passiert, ist wirklich der blanke Horror. Zuerst kommt die Durchsage, dass das Multimedia-System ausgefallen ist und da die Demokratie bekanntlich in Amerika erfunden wurde, werden wir, die Passagiere, doch tatsächlich gefragt, ob wir trotzdem in die Heimat fliegen wollen. Lauthals brülle ich dem Delta-Personal ein langgezogenes „Jaaaaaaaaaaaa“ entgegen und übertöne damit alle anderen. Wir steigen also alle ein, setzen uns un der Fliege hebt ab. Als ich dann gerade etwas dösen wollte, tut’s einen ziemlichen Schlag, gefolgt von einem immer wiederkehrenden Rumpeln direkt unter meinem Sitz. Das Flugzeug fühlt sich nun sehr merkwürdig an!

Ringsherum schauen alle verstört und hektisch aus dem Fenster, um den Grund für diesen Zwischenfall zu erhaschen. Doch es nichts zu sehen. Die Stewardess rennt nun ebenfalls etwas panisch zum vermeintlichen Tatort und telefoniert gleich anschließend mit dem Pilot. So langsam kommt schon ziemliche Hektik auf. Eins steht jetzt schon fest: mit diesem Flieger möchte ich definitiv nicht über den Atlantik fliegen! Zum ersten Mal habe ich wirklich richtig Angst während eines Flugs! Das einzige, was mich noch etwas beruhigt ist, dass kein Feuer zu sehen ist. Ich überlege kurz, dass ich vielleicht nicht sterben müsste, wenn ich heute früh nicht umgebucht hätte, aber wenn’s halt sein soll, kann ich nun auch nichts mehr machen….

Nach sehr, sehr langen 20 Minuten meldet sich dann endlich der Pilot via Durchsage. Er teilt mit, dass er nicht so recht weiß, was los ist, aber der Tower in Atlanta gemeint hat, dass wir doch bitte wieder umkehren sollten. Was wir dann auch machen. Vorher wird aber erstmal das ganze teure Kerosin abgelassen, sodass wir bei der Landung nicht ganz so schwer sind. Zudem möchte ich auch nicht in einem lodernden Feuerball sterben. Dann fliegen wir auch noch zweimal um den Tower herum, damit die sehen können, wie schwerwiegend der Schaden denn wirklich ist. Und zu guter letzt wird auch noch die Feuerwehr hinausgeschickt. Wenigstens eine Personengruppe, die sich über dieses Event freuen kann.

Gott sei Dank geht dann mit der Landung alles gut – von hier aus auch nochmals ein ganz dickes Dankeschön an den Piloten! Als wir dann an der Gangway andocken und viele Sicherheitsleute kommen, um den Flieger zu inspizieren, versuchen uns diese dann mit Handzeichen verständlich zu machen, dass wir wahnsinniges Glück gehabt haben. Wie sich nämlich im Nachhinein herausstellte, hat sich die Sicherheitstreppe oder ein Teil davon unter der Flügel gelöst und ist gegen den Rumpf geprallt und hat dabei ein ordentliches Loch in reingerissen. Das erklärt dann natürlich auch, warum der Flug plötzlich so unruhig war;-)

Dann müssen wir aber auch schon alle wieder brav aussteigen und werden erstmal mit Essengutscheinen im Wert von $7 abgespeist. Ansonsten ist das Krisenmanagement von Delta nun wirklich nicht das beste. Stundenlang ist unklar, ob wir mit einer neuen Maschine noch diesen Abend nach Stuttgart geflogen werden. Zudem muss auch noch eine neue Crew organisiert werden. So heißt es also geduldig die Zeit abzusitzen, SMSe in die Heimat zu schicken und Allianzen zu den anderen Passagieren zu schmieden. wenigstens kommt man so richtig in Kontakt untereinander und kann dabei auch noch ordentlich sein Englisch aufmöbeln.

Gegen 23 Uhr kommt dann endlich die freudige Nachricht: eine neue Crew wurde zusammengebimmelt und wir werden gegen 23:55 Uhr endlich in Richtung Deutschland abheben. Wenigstens bekommen wir noch einen Gutschein über $75 in die Hand gedrückt. Mit diesem Flug ging dann auch alles problemlos über die Bühne.

Jedenfalls habe ich aus diesem Vorfall einiges gelernt: Zum einen werde ich das nächste Mal versuchen einen Direktflug zu ergattern – auch wenn dieser etwas teurer sein sollte. Und zum anderen werde ich das nächste Mal mit Lufthansa fliegen. Es ist nämlich von unschätzbarem Vorteil, wenn man mit gewisse Sachverhalte mit Personen ausdiskutiert, die die gleiche Nationaliät haben wie man selber.

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Kategorie: Allgemein, Tagebuch 2008

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Hallo, ich bin Thomas und habe mein Herz an meine wunderbare Freundin und die amerikanische Westküste verloren. Was mich so sehr an der US Westcoast fasziniert? Am meisten liebe ich die traumhaften Landschaften, die grandiosen Nationalparks und die faszinierenden, pulsierenden Metropolen. All das gepaart mit dem lockeren amerikanischen Lifestyle machen für mich die perfekte Rundreise aus.

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