USA Westküste

© Ein Photo von Wolfgang Staudt

17. Tag

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Yellowstone Nationalpark

Montag, 02.06.08: Warum das Black Sand Basin der schönste Ort im Yellowstone ist

Wetter: Sonnig

Temperatur: 21° C

Heute bricht eigentlich schon mein letzter Urlaubstag an, da morgen lediglich noch die Fahrt nach Salt Lake City ansteht, von wo aus ich dann wieder Richtung Heimat fliegen werde.

Da ich gestern schon fleißig die Nordschleife abgefahren habe und tags zuvor auch schon den Großteil der Südschleife, steht heute der berühmte Old Faithful Geysir im Mittelpunkt meines Trips.

Doch nachdem ich kurz vor 9 Uhr in den Park eingebogen bin, stehe ich auch schon wieder im Stau. Und das fast eine geschlagene Stunde! Abermals war ein Großherde Bisons die Ursache für diesen Stop-and-Go-Verkehr. Aber wenigstens konnte ich dadurch wieder einige Nahaufnahmen dieser zotteligen Tiere machen. Nach gut 45 km bin ich dann endlich am Old Faithful angekommen. Mit dem Wetter habe ich heute auch Glück. Denn nachdem es heute früh noch frostig kalt und bewölkt war, bahnt sich jetzt die Sonne Ihren Weg durch die Wolkendecke.

Und da ist er auch schon vor mir, der Old Faithful! Noch ist nicht viel zu sehen, da der Ausbruch erst noch bevorsteht. Aber mir wird schon jetzt klar, warum er das Wahrzeichen des Yellowstone ist. Zwar ist er nicht der größte Geysir, aber er ist, was die Eruption angeht, der zuverlässigste und bricht beständig alle ein bis zwei Stunden aus.

Dank dem Aushang am örtlichen Visitor Center kann ich ersehen, dass sich meine Wartezeit noch auf lediglich 55 Minuten beschränkt. Ich überbrücke die Zeit mit einem Kaffee aus der angeschlossenen Cafeteria, den ich mir allerdings schwer erkämpfen musste, da natürlich insbesondere hier auch wieder der Massentouristen voll durchschlägt.

10 Minuten vor Ausbruch habe ich mir einen guten Bankplatz gesichert. Vor mir, in gut 30 Meter Entfernung, dampft und brodelt der Old Faithful bedrohlich vor sich hin. Mittlerweile haben mindestens 300 weitere Schaulustige Ihren Platz auf den kreisförmig angeordneten Bänken eingenommen und warten gespannt auf den Ausbruch.

FOTOSTRECKE

  • Der grandiose Old Faithful Geysir
  • Mein Geheimtipp für einen Besuch des Yellowstone: Das Black Sand Basin
  • Mein Geheimtipp für einen Besuch des Yellowstone: Das Black Sand Basin
  • Mein Geheimtipp für einen Besuch des Yellowstone: Das Black Sand Basin
  • Mein Geheimtipp für einen Besuch des Yellowstone: Das Black Sand Basin
  • Mein Geheimtipp für einen Besuch des Yellowstone: Das Black Sand Basin

Dieser findet dann auch tatsächlich pünktlich statt und ich drücke wie verrückt auf den Auslöser meiner Handykamera. Die Wasserfontäne ist wirklich großartig. Ich würde sie mal auf gut 30 Meter schätzen. Nach gut 2 Minuten ist dann der Spuk vorbei und mindestens genauso schnell löst sich auch die Touristen-Schar wieder auf.

So, nun bin ich prinzipiell mit meinem „Unbedingt-sehen“-Programm durch. Den Yellowstone Lake lasse ich bewusst aus und fahre stattdessen zurück zum Black Sand Basin. Und das stellt sich ziemlich schnell als absoluter Geheimtipp heraus. Das Farbenspiel dieser Quellen ist auch insbesondere durch die intensive Sonneneinstrahlung unfassbar farbintensiv. So gehen das Azurblau der tiefen Quellen mit dem Rostrot der bakteriellen Ablagerungen an den Randflächen und der bizarr-salzverkrusteten Wüstenlandschaft ringsum eine Farbkomposition ein, die an Schönheit wohl kaum zu übertreffen ist. Dazu kommen noch die dichten Schwefelschwaden, die einem durch die wechselnden Winde ins Gesicht geweht werden. Ich muss zur Sekunde feststellen, dass dies hier der für mich schönste Ort im Yellowstone ist!

Ich fahre dann weiter und schaue mir nochmals die Quellen im Upper Geysir Basin an und entdecke dabei den gut 7 km langen Mystic Falls Trail, der hoch auf einen Hügel führt.

Ich genieße die Ruhe um mich herum, denn auch auf diesem Wanderweg bin ich ganz für mich alleine. Trotzdem gilt es immer ein Auge offen zu halten, ob denn nicht irgendwo im Dickicht ein kleiner, süßer Bär zu sehen ist. Wäre doch gelacht, wenn ich die Heimreise antreten müsste, ohne eines dieser Raubtiere gesehen zu haben.

„Was für ein Ausblick“, sage ich zu mir selber, als ich gut angeschwitzt oben an einem Aussichtspunkt angekommen bin. Von hier aus kann man meilenweit in den Nationalpark hinein blicken, während einem der kühle Wind um die Ohren fegt.

Tja, da mir leider auch auf dem Rückweg kein Grizzlie begegnen will, versuche ich meinen tiefen Frust darüber bei einem Picknick unten am Little Firehole River zu vergessen. Zum letzten Mal stelle ich fest, wie atemberaubend schön doch diese Landschaft ist und wie friedlich Mensch und Tier koexistieren können. Und während ich diese Zeilen schreibe, grast 20 Meter von mir entfernt ein Bison-Bulle. Nochmals lasse ich meine Gedanken kreisen und stelle fest, dass der Yellowstone definitiv der Höhepunkt meines Urlaubs gewesen ist!

Nachwort: Eigentlich bin ich, als ich diesen letzten Absatz geschrieben habe, davon ausgegangen, dass meine Rückreise nicht wirklich berichtenswert sein würde. Doch manchmal kommt es anders, als man denkt. Und leider auch an diesem Tage, wie Sie in meinem Blog-Artikel nochmals nachlesen können!

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Autor: Flinsi

Hallo, ich bin Thomas und habe mein Herz an meine wunderbare Freundin und die amerikanische Westküste verloren. Was mich so sehr an der US Westcoast fasziniert? Am meisten liebe ich die traumhaften Landschaften, die grandiosen Nationalparks und die faszinierenden, pulsierenden Metropolen. All das gepaart mit dem lockeren amerikanischen Lifestyle machen für mich die perfekte Rundreise aus.

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