Mesa Verde NP – Great Sand Dunes
Donnerstag, 23.06.05: Oasengefühle, Stechmücken und Campieren mit Leichen
Wetter: bewölkt, regnerisch
Temperatur: 25° C
So, heute stehen die Great Sand Dunes auf dem Programm. Eigentlich hatten wir überlegt noch etwas länger im Mesa Verde NP zu verweilen. Aber wir sind der Meinung schon die wichtigsten und schönsten Flecken des doch sehr kleinen Parks abgegrast zu haben. Aber zuerst wollen wir lecker und ausgiebig frühstücken. Wir haben nämlich gestern Abend noch dieses verlockende Schild mit der vielversprechenden Aufschrift “All you can eat pancakes” eines Cafés am Campground gesehen. Und da wollen wir doch mal testen, was wir so in uns hineinstopfen können.
Großspurig verkünde ich Michael, dass ich mindestens 6 Pfannkuchen schaffen werde. Doch zu meiner Schande, muss ich schon nach 5 1/2 kleinlaut aufgeben. Die sirupgetränkten Dinger stopfen doch gewaltig!
Da wir uns aber vor der langen Fahrt noch etwas die Beine vertreten wollen, fahren wir nochmals die 15 mi hinauf und machen die 2,4 km Wanderung am Soda Canyon und blicken nochmals hinab auf das zerklüftete Tal.
Um 11:30 Uhr geht’s dann wieder auf die Piste. Wir fahren auf der #160 Richtung Osten über Durango. Wie wir erst sehr spät feststellen, müssen wir mit unserem Flitzer über den berüchtigten Silver Creek Pass. Und stehen hier wegen Felssprengungen zu allem Überfluss auch noch 45 min. im Stau. So erreichen wir erst gegen 19 Uhr unser Ziel: die Great Sand Dunes östlich von Alamosa.
Die Anfahrt alleine ist schon die Reise wert. Das letzte Stück fährt man wirklich kilometerweit auf das umliegende San Juan Gebirge zu. Und das Verrückte ist, man meint nicht wirklich voran zu kommen! Das kommt daher, weil außer diesem Gebirge ringsherum nur Wüste ist und man deshalb die Höhe des Gebirges nicht wirklich einschätzen kann. Und dann tauchen diese 229 Meter hohen Sanddünen urplötzlich vor uns auf. Wirklich sagenhaft!
Wir hoffen trotz der recht späten Uhrzeit noch einen Zeltplatz im Park zu ergattern. Doch das Schild am Parkeingang teilt uns mit, dass der Pinyon Flats Campingplatz komplett ausgebucht ist. Und so müssen wir mit dem kurz vor dem Parkeingang auf einer Anhöhe gelegenen Campground Vorlieb nehmen. Eigentlich nicht schlimm, aber schon die steinige Schotterpiste hinauf stimmt uns leicht nachdenklich. Als wir dann aussteigen, bereuen wir langsam unsere Entscheidung hier eingecheckt zu haben. Denn unzählige Stechmücken haben uns schon den ganzen Tag erwartet. In kürzester Zeit sind unsere Beine mit Blut von zermanschten Mücken getränkt. Richtig lecker! Wir bauen hurtigst unser Zelt auf und fahren doch noch schnurstracks rüber zu den Dünen.
Kaum am Parkplatz angekommen, werden wir auch hier wieder von Mücken angefallen. Uns ist wirklich schleierhaft, warum es bei der hiesigen Höhenlage derart viele Mücken geben kann. Dann laufen wir barfuss rüber zu den Dünen und müssen erstmal einen Rinnsal überqueren. Und nach ca. 500 Meter stehen wir mitten in den Dünen und genießen den unglaublichen Anblick.
Michael und ich sind total fasziniert und wir hängen erstmal gemütlich im Sand ab und unterhalten uns mit einer älteren Dame aus Deutschland. Man muss sich wirklich zwicken, ob man nicht irgendwo in Saudi-Arabien unterwegs ist. Mittlerweile geht nun auch die Sonne langsam unter und es wäre richtig romantisch, wenn nur Frauen dabei wären.
Wir hängen bis zur Dunkelheit im Sand ab und genießen den Augenblick. Dann müssen wir aber wohl oder übel wieder rüber zu unserem Zeltplatz – und den Mücken;-( Das Highlight des Abends setzt dann aber noch Michael: als wir uns mit Hilfe einiger Duschen am Parkplatz den Sand abwaschen, verwechselt er die Knöpfe für Bein- bzw- Kopfwäsche und duscht sich mitsamt seinen Klamotten! Einfach klasse!
Pitschnass bzw. gut gelaunt steigen wir wieder ins Auto und fahren rüber zum Campground. Wir vermummen uns so gut es geht und machen auch ein kleines Feuerchen. Doch die Mücken lassen sich davon nicht wirklich beeindrucken. Zum Abschluss des Tages müssen wir dann auch noch feststellen, dass ca. 10 Meter von unserem Zelt entfernt drei Gräber sind! Mit sehr mulmigen Gefühlen gehen wir dann schlafen.

