USA Westküste

Aktueller Stand zu Einreisebestimmungen

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Die lästigen und sehr langatmigen Einreisebestimmungen werden immer mehr zu einer Hürde für einen entspannten Urlaub in den Vereinigten Staaten. In den letzten Jahren sind diese auch nicht besser, sondern im Gegenteil noch wesentlich komplizierter und strenger geworden. Da in den letzten Wochen auch noch zwei mehr oder weniger skurril-verstörende Fälle bekannt wurden, wo zwei deutsche Frauen die Einreise verweigert wurden (Link 1, Link 2), möchte ich die Gelegenheit nutzen, Euch nochmals die aktuellsten Informationen zum Thema Einreise komprimiert zusammenzutragen. Denn, es gibt auch ein zartes Pflänzchen der Hoffnung auf Besserung;-)

Kein Visum dank Visa-Waiver-Programm

Da Deutschland Mitglied im Visa-Waiver-Programm ist, besteht bis zu einer Aufenthaltsdauer von 90 Tagen für deutsche Urlauber keine Visumpflicht. Die Voraussetzungen hierfür sind ein maschinenlesbarer, bordeauxroter Reisepass, der mindestens für die Dauer der Reise gültig ist. Pässe die nach dem 26. Oktober 2006 ausgestellt wurden, müssen biometrische Daten enthalten. Achtung hingegen für Urlauber, die mit einem vorläufigen, grünen Reisepass unterwegs sind: Diese benötigen für die Einreise ein Visum.

Komplizierter ist auch das Reisen mit Kindern geworden, denn Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26. Juni 2012 dank einer EU-Vorschrift nicht mehr gültig. Jedes Kind benötigt somit je nach Alter einen Kinderreisepass oder eigenen Reisepass. Besitzen Kinder noch einen Ausweis nach altem Muster, brauchen sie ein Visum. Kinderreisepässe werden nur akzeptiert, wenn sie vor dem 26. Oktober 2006 ausgestellt und seitdem nicht verlängert oder verändert wurden. Ansonsten ist ein Visum erforderlich. Spiegel Online hat hierzu einen sehr guten Artikel verfasst..

ESTA-Einreiseerlaubnis

Mindestens 72 Stunden vor Reiseantritt muss auch die „Electronic System for Travel Authorization“ (ESTA) eingeholt werden. Seit dem 12. Januar 2009 ist sie für die visumsfreie Einreise in die Vereinigten Staaten Pflicht. Das US-Heimatschutzministerium hat mit dem Verfahren die Möglichkeit, die Daten aller ESTA-registrierten Reisenden mit den amerikanischen Fahndungs- und Strafverfolgungslisten abzugleichen. Am 3. November 2014 wurde der Fragenkatalog (Name, Personalausweisnummer, Geburtsort und Erreichbarkeit) nochmals verschärft.

Das ESTA-Formular könnt Ihr hier aufrufen. Diese Genehmigung kostet $14 Dollar und ist 2 Jahre gültig, bzw. bis zum Ablauf des Reisepasses.

APIS – Angaben zum Aufenthalt in den USA

Doch damit nicht genug: Zusätzlich zu ESTA müssen auch noch die Formulare für das „Advance Passenger Information System“ (APIS) und „Secure Flight“ ausgefüllt werden. Airlines sind bei Flügen in die USA gesetzlich zur Übermittlung dieser Daten an die US-Flugsicherheitsbehörde (TSA) verpflichtet. Die Fluggesellschaften behalten sich bei Fehlen dieser Daten vor, kein Ticket auszustellen, die Buchung zu stornieren oder die Bordkarte zu verweigern.

Das APIS-Formular bekommt man in der Regel vom Reiseveranstalter zugeschickt. Habt Ihr direkt online bei einer Fluggesellschaft gebucht, könnt  Ihr die APIS-Zusatzdaten anhand der Buchungsnummer eingeben. Abgefragt werden hierbei Vor- und Zuname, Geburtsdatum und  eine vorübergehende Adresse in den Staaten (hier kann man auch immer die erste Unterkunft eintragen).

Das gilt auch für die „Secure Flight„-Daten, die die Fluggesellschaften für die Ausstellung von Flugtickets/Bordkarten benötigen. Fehlen diese Daten, können die US-Behörden die Buchung abweisen und die Ausstellung von Bordkarten untersagen. Die Datenweitergabe erledigen die Airlines dabei selbständig.

Ausfüllen der Zollerklärung

Ihr denkt, das war‘ schon? Mitnichten! Denn im Flieger müsst Ihr auch noch wahrheitsgemäß die Zollerklärung ausfüllen. Das weiß-blaue Formular wird ein paar Stunden vor der Landung verteilt. Es muss in Großbuchstaben ausgefüllt werden. Die Angaben von Name, Flug- und Reisepassnummer werden darin verlangt. Zusätzlich müsst Ihr auch noch angeben, was Ihr Essbares (Obst, Milchprodukte, etc.) bei Euch führt und in die Staaten einführen wollt. Ganz dickes Achtung: Landwirtschaftliche Produkte sind wegen Seuchengefahr strengstens verboten! Insofern derlei Produkte am besten an Bord lassen.

Das Zollformular muss nach Entgegennahme des Gepäcks kurz vor dem Ausgang dem Zollbeamten ausgehändigt werden. Und wer hier auch nur eine Frage mit „Ja“ beantwortet hat, muss mit kritischen Nachfragen des Beamten rechnen. Also überlegt Euch gut, welche Konsequenzen hier ein „Ja“ haben könnte!

„Automated Passport Control“ macht Hoffnung

Hat man all diese Formulare brav ausgefüllt, steht als letzte Hürde noch die langen Warteschlangen an der Zollkontrolle („Immigration“) an. In schlimmsten Zeiten und an bestimmten Flughäfen muss man hier mit bis zu 4,5 Stunden Wartezeit rechnen! Hoffnung gegen derlei unmenschliche Wartezeiten machen die „Automated Passport Control„-Automaten, die bisher nur US-Bürgern zur Verfügung standen. Diese sollen nun auch Touristen aus den Mitgliedsstaaten des Visa-Waiver-Programms zu Gute kommen, zu denen auch Deutschland zählt.

Fazit

Bis auf absehbare Zeit wird es eher noch strengere, als lockere Einreisebestimmungen geben. Lockerungen, die  die Regierung Obama in zwei Legislaturperioden nicht geschafft hat, werden erst recht nicht durch einen zukünftigen konservativeren Präsidenten/Präsidentin durchsetzbar sein. Dafür ist die Terrorangst der Vereinigten Staaten nach wie vor zu präsent. Dennoch gibt es zarte Pflänzlein der Hoffnung, dass diese Missstände sich wenigstens ein wenig bessern. In erster Linie sind hier die oben erwähnte „Automated Passport Control“ zu nennen oder die stärker werdende öffentliche Diskussion – auch auf diplomatischer Ebene – über diese extremen Einreisebestimmungen.

Autor: Flinsi

Hallo, ich bin Thomas und habe mein Herz an meine wunderbare Freundin und die amerikanische Westküste verloren. Was mich so sehr an der US Westcoast fasziniert? Am meisten liebe ich die traumhaften Landschaften, die grandiosen Nationalparks und die faszinierenden, pulsierenden Metropolen. All das gepaart mit dem lockeren amerikanischen Lifestyle machen für mich die perfekte Rundreise aus.

3 Kommentare

  1. Noch ein Geheimtipp: Wer über Kanada (z.B. Toronto, Montreal) einreist, kann dort bereits die Einreise-Kontrollen für die Vereinigten Staaten hinter sich bringen und das Gepäck wird in diesen Fällen auch gleich durchgecheckt:-)

  2. Hey Flinsi,
    durch Deine Reisetagebücher hast Du mich inspiriert die Westküste zu bereisen.2009 war es das erstemal soweit..mit Deiner ersten Tour fast identisch.War der absolute Hammer!!!!
    Bin ab dem 4.9 wieder on Tour und wollte mich immer schon bei Dir bedanken.
    Danke,für Deine Inspiration und Reisetagebücher!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Mit besten Grüßen aus dem Münsterland

    Christian

    • Hi Christian,

      wow, da bekomme ich fast ein wenig feuchte Äuglein;-) Freut mich tierisch, das zu hören und ermutigt mich umso mehr, in dieses Projekt weiterhin Zeit und Muße zu investieren.

      Ich wünsche Dir jetzt schon mal einen genialen Aufenthalt und ganz viel tolle Erlebnisse. Kannst Dich ja im nachhinein nochmals kurz hier melden und Deine Erlebnisse schildern. Ich hoffe, dass ich spätestens in zwei Jahren endlich mal wieder drüben bin.

      Viele Grüße
      Thomas

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